Johannes Gachnang

Johannes Gachnang, Projet d’un reposoir dédié à Charles-Louis Meryon, 1968, 50 x 32 cm

Johannes Gachnang, Projet d’un reposoir dédié à Charles-Louis Meryon, 1968, 50 x 32 cm

Geboren am 30. Oktober 1939 in Zürich

1955-1958 Lehre als Bauzeichner in Zürich, dann Mitarbeit im väterlichen Architekturbüro.

1960-1963 Aufenthalt in Paris. Verschiedene Architekturbüros. Erste künstlerische Versuche.

1963-1967 Aufenthalt in Berlin. Mitarbeit im Atelier von Hans Scharoun.
Beginn des Radierzyklus „Die neue historische Architektur des Johannes Gachnang frei nach Fischer von Erlach”.

1966 Erste Einzelausstellung des Radierzyklus in der Städtischen Galerie zum Strauhof in Zürich mit der Unterstützung des Künstlers Alex Sadkowsky.

1967 Teilnahme an der „5. Biennale des Jeunes” in Paris, als Vertreter der Schweiz, zusammen mit Kurt Fahrner.

1967-1968 Aufenthalt in lstanbul. Arbeit am zweiten Radierzyklus „Das Byzantinische Buch”.

1968-1970 Aufenthalt in Rom als Stipendiat am Schweizer Institut. Der Radierzyklus „Das Byzantinische Buch” wird in Rom vollendet.

1971 Ausstellung der Radlerungen im Kupferstichkabinett des Stedelijk Museum in Amsterdam.

1971-1974 Aufenthalt in Amsterdam. Radierzyklus „Das dritte Buch”.
Ausstellungen am Goethe-Institut u.a. mit Armagnac, de Dekker, Baselitz, Penck, Polke, Raetz, Thornkins, Lüpertz, Gosewitz, Rainer, Kiefer.
 Berufung als Direktor an die Kunsthalle Bern.

1974-1982 In der Kunsthalle Bern Ausstellungen u.a. von Scharoun, Broodthaers, Kawara, Penck, Andre, Baselitz, Judd, Lüpertz, Chamberlain, Dibbets, Gilbert & George, Kirkeby, Copley, Immen- dorff, Klossowski.
Zusammenarbeit mit dem Stedeljik van Abbemuseum in Eindhoven.

1977 Mitglied der Internationalen Jury der „10. Biennale des Jeunes” in Paris. Verantwortlich für die Präsentation der Ausstellung mit Jean Nouvel und Georges Boudaille.

1980 Ausstellung „Der gekrümmte Horizont – Kunst in Berlin 1945 -1967″ in der Akademie der Künste Berlin.

1980-1982 Mitglied des künstlerischen Beirats für die „documenta 7″, Kassel. Leitung Rudi Fuchs.

1983 Ausstellung mit Meret Oppenheim im Palazzo Bianco, Genua.

1984 Gründung des Verlages Gachnang & Springer in Bern, gemeinsam mit dem Berliner Kunst- händler Rudolf Springer. Publiziert u.a. Schriften von Meret Oppenheim, Kirkeby, Fabro, Dubuffet, Baselitz, Klossowski, Melville, Foucault/Bins-wanger, J.L.Godard, Copley, Kounellis, Newman sowie Werkverzeichnisse der Druckgraphik von Georg Baselitz und Per Kirkeby.

1984-1985 Internationalen Bauausstellung (IBA) in Berlin, von Paul Kleihues betraut mit der Aus- stellung „Die Rekonstruktion der Stadt” im Martin Gropius-Bau.
Wird anschließend an der „Triennale di Milano” gezeigt.

1985-1990 Als Con-Direttore mit Rudi Fuchs maßgeblich beteiligt am Aufbau des Museums für zeitgenössische Kunst im „Castello di Rivoli” bei Turin. Ausstellungen u.a. mit Fontana, Giacometti, Lüpertz/Paolini, Fabro, Merz, Kounellis, Byars sowie „Standing sculpture”, eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer Skulptur.

1987 Im Sonderzahl Verlag in Wien erscheint der erste Sammelband seiner Schriften „Reisebilder“, eingeleitet von Troels Andersen.

1988-1989 In Zusammenarbeit mit Siegfried Gohr, Direktor des Museum Ludwig, Ausstellung in Köln „Bilderstreit – Widerspruch, Einheit und Fragment in der Kunst seit 1960“, die 1989 in den „Rheinhallen” der Kölner Messe gezeigt wird.

1992 In den „Editions Traverses”, Neuchatel, erscheint das „Werkverzeichnis der Druckgraphik 1960-1973 von Johannes Gachnang“, initiiert und editiert von Günther Förg, hrsg. und eingeleitet von Rudi Fuchs.

1993 Der zweite Band der Schriften „Im Bilderstreit”, Sonderzahl Verlag, Wien, Nachwort von Rudolf Schmitz.

1993-1996 Präsident der Jury der „Akademie Schloß Solitude’” in Stuttgart.

1995-1996 gemeinsam mit Adolf Krischanitz Retrospektive des zeichnerischen Werkes des Schriftstellers Pierre Klossowski für die „Wiener Sezession”, anschließend in Genf und Brüssel.

1996 Ausstellung „Chaos, Wahnsinn – Permutationen der zeitgenössischen Kunst” in der Kunsthalle Krems/A, Publikation hrsg. von Johannes Gachnang, Ewa Hess und Konrad Tobler.
Ausstellung seines graphischen Werkes in der Galerie Ulysses in Wien.

1997 Der dritte Band der Schriften „Musée antiégolste”, hrsg. von Christiane Meyer-Thoss, Essays von Fabro und Fuchs sowie Gespräch mit J.G. von Matthias Beltz, Sonderzahl Verlag, Wien.

1998 „Binary Star”, Ausstellung seiner neuen Aquarelle (mit Günther Förg) in der Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt/M. 
In der Akademie Solitude Stuttgart neue Radierungen und Lithographien: „Die zweite Ausnahme“.

1999 Ausstellung „Thüringer art“ für Weimar 1999 – Kulturstadt Europas.

2000 Ausstellung „Hommage à Blaise Cendrars” in „les halles”, Porrentruy.
„Le chaos dans la géométrie – Johannes Gachnang, son travail de graveur”, Retrospektive der Druckgrafik im „Centre culturel suisse”, Paris.

2001 „Fleiß & Industrie: Hommage à H.C. Artmann”; Ausstellung eigener Werke mit Peter Kogler im Haus der Künste (Dum Ument in Ceske Budejovice).

2002 „Le jardin de la violence”, Ausstellung im Historischen Museum Murten im Rahmen der „expo.02″.

2005 Pamphlet „KLEX – Haus für Paul Klee“. Zeichnungen und Entwürfe von Vaclav Pozarek. Tex- te von Luciano Fabro, Dieter Schwarz und Johannes Gachnang, Gachnang&Springer, Bern/Berlin.

Am 13. Oktober 2005 stirbt Johannes Gachnang in Bern.

2005 Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt mit Publikation „Das richtige Buch“ – Johannes Gachnang als Verleger“, hrsg. von Eva Linhart.

2006 „Der Vorgänge sind viele, wir folgen dem Ornament“, hrsg. von Daniel Baumann und Con- stanze Lotz im Sonderzahl Verlag, Wien.

2015 Hommage à Johannes Gachnang im 10. Todesjahr, kuratiert von Angelika Arras.
 „Nicht verblüffen, wundern will ich mich“, eine Auswahl an Radierungen bei der Kienzle Art Foundation Berlin. Publikation mit Text von Rudolf Schmitz.

Gastprofessuren

1980-1982 Gastprofessur an der Akademie für Bildende Kunst, Karlsruhe.

1983-1985 Gastprofessor für die Gründung und den Aufbau des Instituts für Gegenwartskunst an der Akademie für Bildende Kunst in Wien.

1997-98 Gastdozent Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.

Auszeichnungen

1967 Für den Radierzyklus „Die neue historische Architektur des Johannes Gachnang frei nach Fischer von Erlach” verlieht ihm die Akademie der Künste den Kunstpreis der Stadt Berlin für bil- dende Kunst/Junge Generation.

1997 „Anerkennungspreis“ der Schweizerischen Eidgenossenschaft für kulturelle Verdienste.

2001 „Großer Kunstpreis” des Kantons Zürich.
2005 Prix Meret Oppenheim für sein Lebenswerk von der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

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Geschrieben von Jochen Kienzle

Die Kienzle Art Foundation wurde 2010 gegründet und widmet sich, basierend auf der Initiative des Berliner Sammlers und Galeristen Jochen Kienzle, der öffentlichen Vermittlung von Kunst in Form von Ausstellungen, Publikationen, Vorträgen.