Eröffnung am Freitag, 21. April 2017, 19 Uhr
mit performativen Aktivierungen von Suse Weber und Barbara Buchmaier

Ausstellung: 22. April – 8. Juli 2017

Suse Weber_Text/Template/Activation_1

Für die Ausstellung „Text/Template/Activation“ entwickelt Suse Weber (geb. 1970 in Leipzig) ein auf die Räume der Kienzle Art Foundation zugeschnittenes Setting aus „Emblematischen Skulpturen“, hier als sogenannte Themenfiguren, die ihre künstlerische Praxis seit langem prägen. Dieses Setting strahlt zunächst etwas Irritierendes aus, denn es gibt dem Ausstellungsraum einen manegeartigen Charakter. Zudem verdeutlicht es dessen Eigenschaft als Ort reglementierter Zusammenkunft, an dem der Betrachter zum Bestandteil einer von der Künstlerin visualisierten gesellschafts-politischen Choreografie wird.

Wie bereits der Ausstellungstitel andeutet, ist dieses Setting jedoch keinesfalls als ein stummes oder passives gedacht, sondern als Raum, in dem aktiv erprobt und formuliert wird. Die in Szene gesetzten Themenfiguren dienen nicht nur einer stillen Aktivierung des Ausstellungsbesuchers, sondern sie werden auch tatsächlich zu einer Bühne – und zwar für die Künstlerin und die Kritikerin Barbara Buchmaier, die am Eröffnungsabend mit einer Präsentation von selbstverfassten Texten nicht nur inhaltlich einzelne der Themenfiguren animieren, sondern diese gleichzeitig auch physisch als performative Vorlage nutzen. Das Publikum ist eingeladen, sich selbst auf den Tribünen zu arrangieren.

Das Konzept „Text/Template/Activation“ ist bereits seit 2012 Teil des künstlerischen Ansatzes von Suse Weber. In ihre „Studio//Bühne“ in Berlin-Wedding, zugleich ihr Atelier, hat sie bereits mehrfach Künstler/innen und Textproduzent/innen aus dem eigenen Umfeld in ein von ihr vorbereitetes Setting eingeladen, um eigene Texte, zum Beispiel über das Dreiecksverhältnis von künstlerischer Arbeit, Künstler und Publikum zur Debatte zu stellen – und das auch im Sinne der Selbstermächtigung, institutionalisierten Sprechweisen über Kunst alternative Formulierungen entgegenzusetzen. Mit dieser Arbeitsweise formuliert Suse Weber ihre Forderung nach einem neuen Sprachgebrauch in der Kunst, einem „Doing Writing“, einer Texterfindung in Verbindung mit der Physiognomie einer Arbeit und eines individuellen performativen Vortrages des/der Verfasser/innen.

Die „Notationsraum“ genannte Themenfigur wird in der Kienzle Art Foundation Dokumente und Textskizzen präsentieren, die aktuell entstehen oder bereits im Rahmen früherer „Text/Template/Activation“- und „Doing-Writing“-Veranstaltungen produziert worden sind.
(Auszug aus dem Text von Barbara Buchmaier, 2017)

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Geschrieben von Jochen Kienzle

Die Kienzle Art Foundation wurde 2010 gegründet und widmet sich, basierend auf der Initiative des Berliner Sammlers und Galeristen Jochen Kienzle, der öffentlichen Vermittlung von Kunst in Form von Ausstellungen, Publikationen, Vorträgen.