Elmar Zimmermann - o. T, Collage aus Fotokopien, 81 x 91 cm, 2006

Elmar Zimmermann – o. T, Collage aus Fotokopien, 81 x 91 cm, 2006

Das Jahr 2008 beginnt die Galerie Kienzle & Gmeiner mit einer Solo-Show von Elmar Zimmermann. Im Fokus steht dabei eine dreiteilige Skulptur, die sich „der Frage. Ob sie Welle oder Partikel sei“ widmet. Flankiert von „malerischen“ Konstruktionen über das Zirkulieren.

 

Seine Vorgehensweise kurz zusammengefasst kann man beschrieben über das material: abgelegtes, wertloses, gebrauchtes, zerschlissenes, recycliertes, abgefallenes, beiläufiges etc. wie altes Holz und Mobiliar, gebrauchte, vergilbte Jalousien, Styroporfetzen, oxidiertes Metall, aber auch Modellschiffchen oder Lappen von Malerkollegen, alte Kalender, Gemälde und Skulpturen. Wichtige Elemente sind auch Spiegel und Filz. Genauer: aus geschredderten Altkleidern hergestellter Industriefilz.

 

Er findet in Abbruchhäusern, auf dem Speicher, im Keller. Auf der Straße, im Sperrmüll. Bei Freunden. Im Container. Auf dem Flohmarkt und im „thrift store“. Selbst im eigenen Atelier. Seine Bearbeitung: Das „Auge“ trennt das Ausgewählte von seiner Umgebung. Es wird begriffen, in die Hand genommen. Analysiert oft tatsächlich in Elemente zerteilt, zerschnitten zersägt. Die Montage seiner Arbeiten erfolgt als diskreter Eingriff, mit sparsamen Manipulationen, die Potentiale freilegen. Es wird geklebt, genäht, verschraubt, angestrichen, aufgespannt, kombiniert. Und schließlich in Situationen präzise in Form und Aussehen definiert, vereinzelt oder arrangiert, installativ platziert. Retinale Reize in zerebrale Wiederhaken transformiert. Spekulative Rekonstruktionen aus der Perspektive einer imaginären Zukunft.

 

Elmar Zimmermann - o. T, Collage aus Fotokopien, 45 x 32 cm, 2007

Elmar Zimmermann – o. T, Collage aus Fotokopien, 45 x 32 cm, 2007

Zu Zimmermanns erster Ausstellung bei Kienzle & Gmeiner 2005 mit dem Titel Die Verfassung der Bilder schrieb damals Kunstkritiker Hans-Jürgen Hafner über „das Heterogene und Disparate, die Schwebelagen und Bruchstellen in den Bildern und Objekten, den installativ ausfransenden Settings“ „- wie wenn im Zuge archäologischer Forschungen in rund dreihundert Jahren (von heute an) eine Buckminster Fuller-Versuchsanordnung mit den traurigen Resten einer Hühnerfarm nach einem (vermeintlich) Rezept aus Robert Smithsons „Collectet Writings“ wiederhergestellt werden sollte. Und von daher erschlossen werden müsste, was zu Anfang des 21. Jahrhunderts die Konstruktion Kunst möglicherweise bedeutet haben könnte…“ und bezeichnete Elmar Zimmermann als „Retro-Futurist und Mineraloge“.

 

Elmar Zimmermann ist Jahrgang 1976 und studierte 1997 bis 2003 an der Kunstakademie Karlsruhe und der Ecole Superieure des Beaux Arts in Quimper. Er zeigte bislang Arbeiten in Einzelausstellungen wie folgt

2007 – The Ice Age of Artistic Research, Galerie Ben Kaufmann, M

2006 – who present, past and future sees, bei Bogner, Esslingen

2005 – Die Verfassung der Bilder, Galerie Kienzle & Gmeiner, Berlin

2001 – Projektraum Galerie Gourmelen, Quimper (F)

 

und war zuletzt in Ausstellungen beteiligt u.a. Kunsthalle Basel, Program Galerie Warschau, Zschernitz-Halle Karlsruhe, Hall des Chars, Strasbourg, Kunstbunker Nürnberg, E- Werk Hallen für Kunst Freiburg, Städtische Galerie Waldkraiburg, Kunsthalle Baden – Baden. Er wird in der Galerie Kinezle & Gmeiner ebenfalls in einer von Claudia Kugler kuratierten Gruppenausstellung im März vertreten sein.

 

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Geschrieben von Jochen Kienzle

Die Kienzle Art Foundation wurde 2010 gegründet und widmet sich, basierend auf der Initiative des Berliner Sammlers und Galeristen Jochen Kienzle, der öffentlichen Vermittlung von Kunst in Form von Ausstellungen, Publikationen, Vorträgen.