Show 39
zeitmatt perplex
Franziska Hufnagel I Erika Krause
28. Februar – 18. April 2026
Die Kienzle Art Fundation freut sich sehr, Sie zur Eröffnung der Ausstellung Franziska Hufnagel und Erika Krause zeitmatt perplex am Freitag, 27. Februar 2026, um 18 Uhr einzuladen. Die Künstlerinnen werden anwesend sein.
Beide Ansätze sind experimentell und werden ohne vorherige, genauere Vorstellung aus dem Prozess heraus entwickelt, jedoch aus zwei diametral entgegengesetzten Richtungen:
Mindestens eine Ebene gibt es, auf der die beiden malerischen Ansätze von Franziska Hufnagel und Erika Krause bei all ihren augenfälligen Eigenheiten miteinander kommunizieren – sie stellen ihr Publikum bei der Betrachtung ihrer Bilder vor ungewöhnliche Herausforderungen. Denn sie sind weniger (oder mehr) „Bilder“, als die meisten es bei abstrakter Malerei erwarten würden, und sie fordern dazu auf, sich rückhaltlos auf ihre Strukturen und Eigenschaften einzulassen, was durchaus zu Irritationen, zu Benommenheit oder zur Ablösung von der direkten Umgebung führen kann […].
– (Clemens Krümmel im Magazin Hula Hoop zur Ausstellung in der Städtischen Galerie Waldkraiburg, 2025)
Die Arbeiten von Franziska Hufnagel scheinen besonders unruhig vorangetrieben zu sein. Jedes Bild beinhaltet eine andere Herausforderung. Das Farbmaterial bekommt eine haptische Qualität und das einzelne Bild konstituiert sich geradezu als Performance – nicht zuletzt deshalb, weil sowohl Bildoberfläche als auch Schriftoberfläche immer wieder neu erweitert, ergänzt und übermalt wird. Dieses ständige Hinzufügen, Ausbremsen, Entfernen und Verändern bestimmt auch die Arbeiten von Erika Krause. Wie der Ursprung von Sprache der Laut ist, ist hier die Linie in rudimentärer Verkürzung Ausgang von Formansätzen und Schriftähnlichem. Die Setzungen erscheinen als Markierungen, Zeichen und Kürzel schwebend auf den lasierten Oberflächen. Im Gegensatz zu dem oben genannten Tempo scheint es hier eine Bewegung zu sein, die zugleich stillsteht.
Beiden Arbeitsprozessen – die sich mal im bewussten Entleeren, mal im überbordenden Anfüllen wiederfinden – ist das Thema „Zeit“ eingeschrieben. Bei Erika Krause ist es die Zeit, die zwischen den einzelnen, sparsamen Gesten liegt und die anwächst, je länger man vor ihren Bildern verweilt. Bei Franziska Hufnagel entsteht eine ähnliche Ausdehnung der Zeit durch mehrfache Übermalungen und Durchstreichungen und nicht enden wollender Schrift im Bild. Die Diskrepanz zwischen den beiden Bildvorstellungen macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus, sie bietet einen höchst disparaten Erfahrungsraum, ein subtiles Ping Pong mit Humor und Schärfe.
BIO:
Franziska Hufnagel ist der Kienzle Art Foundation seit Langem verbunden; Sie kuratierte 2011 die erst dritte Show der Stiftung What a Horror to Write a Play. In deren Mittelpunkt: Werke von Josef Kramhöller, wiederum von Beginn an ein fester Bestandteil der Kienzle Art Foundation. Erika Krause hat, ebenso wie Franziska Hufnagel an der Kunstakademie in München studiert. Für ihr künstlerisches Schaffen hat sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien erhalten.