Show 40

Zentralmuseumskunst

Fabian Ginsberg

1. Mai – 15. August 2026

Eröffnung Donnerstag, 30. April, 18 – 21 Uhr

Die Kienzle Art Foundation freut sich sehr, Sie zur Eröffnung der Ausstellung zu begrüßen. Der Künstler wird anwesend sein.

Die Ausstellung Zentralmuseumskunst ist Fabian Ginsbergs dritte Ausstellung in der Kienzle Art Foundation. Sie bietet einen Überblick über Ginsbergs Videoarbeiten der letzten zehn Jahre, die sich mit Zeit, Messung und der Äquivalenz von Kunst und Geld beschäftigen.

Ausschnitt aus dem Video „Allgemeines Mobilisiertes Zentralmuseum“, 2026:

Betrachten wir die Kunstpolitik, allgemein verstanden als das Set von Maßnahmen, die ein Zentralmuseum ergreift, um die Imagination von Gesellschaft durch Kontrolle der Kunstmenge und Limitierung der gültigen Fiktionen zu steuern. Obgleich seine einzigen echten Hebel, gelingt dem Zentralmuseum mit ihnen wirksam die Inflationskontrolle und Sicherung künstlerischer Stabilität (früher die klassische Aufgabe der Akademie, dann des Marktes, jetzt des Zentralmuseums). Dies wiederum beeinflusst das Problem der Geschichte, das Verhältnis von Geschichte und Kritik, und die jeweilige Komplexität der verfügbaren Begründungen für Relevanz und die Entwicklung ihres gesellschaftlichen, materiell-semiotischen Apparats. Letztlich geht es um die Resilienz des hierarchischen Netzwerks der Herzen und Hirne der Menschen, denn heute reichen die Aufgaben der Kunstpolitik weit über ihren institutionalisierten Bereich hinaus: die Kunstpolitik ist zum zentralen Organisationsprinzip geworden, das Geostrategie, Innenpolitik, soziale Beziehungen und die Narrative der alltäglichen Realität prägt. In Ökonomie, Politik und Gesellschaften herrscht nicht mehr das Maß und Steuerungsideal des Gleichgewichts; sie müssen vielmehr aktiv dadurch gesteuert werden, dass sie dauerhaft und durchdringend aus dem Gleichgewicht gehalten werden (s. Krisenmaschine). Warum? Weil Balance die Unmöglichkeit der Realisierung der herrschenden Bilder aufdecken würde. Eine Lösung im Sinne der Emergenz eines neuen Systems, in dem kontingente Ereignisse verlässlich ausgeschlossen würden, ist vorerst nicht in Sicht, wenn man nicht die Eliminierung der Subjektivität des Jetzt, also der Perspektivität von Zeit in Betracht zieht.

Fabian Ginsbergs komplexes und nuancenreiches Werk umfasst Video- und Performancekunst, Malerei sowie installative und konzeptuelle Praktiken. Fabian Ginsberg ist Autor der Bücher „The Subject of Counterrevolution“ (Gato Negro Ediciones 2026), „Die Bewertung der Kunst“ (Distanz Verlag 2023), „Der Lügenwirt“ (Textem Verlag 2016), und „Quallenkopf“ (Textem Verlag 2015).

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Abbildung aus: Fabian Ginsberg Paranoia, 2024, Video, 19:51 Min