Buchvorstellung
Michael Venezia. Blankness as a knowing subject
Jochen Kienzle & Max Goelitz
12. Februar 2026, 18 Uhr
Michael Venezia. Blankness as a knowing subject
Finissage am Donnerstag, 12. Februar 2026, 18 Uhr
19 Uhr Katalogpräsentation und Talk
Talk in Anwesenheit von: Luca Venezia, Sohn des im Juni 2025 verstorbenen Künstlers, Philipp Hindahl, Kunstkritiker und Autor, sowie Max Goelitz, Galerist und Co-Kurator, und Jochen Kienzle.
Michael Venezia wurde 1935 in New York als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Der Vater kam aus Sizilien, die Mutter aus Nea- pel. Er wuchs in der Stadt an der Ostküste auf, er studierte bei den Abstrakten Expressionisten, er trieb sich in den gleichen Bars in Man- hattan wie sie herum. Tagsüber arbeitete er im Postraum des Museum of Modern Art. Dan Flavin hatte dort einen Job als Aufseher, Robert Ryman ebenfalls, Sol LeWitt arbeitete in der Schule. Ihre Freundschaft sollte ein Leben lang währen. „Ich studierte bei der Art Students Le- ague of New York“, erinnerte Venezia sich 2019, „wo auch Jackson Pollock zur Schule gegangen war. Ich hatte einen Lehrer, der ein enger Freund wurde, die einzige Person, die ich meinen wirklichen Lehrer nenne: Peter Busa. Ich lebte zu einer Zeit, als New York das Zentrum der Kunstwelt war.“ (Philipp Hindahl, „The Pursuit of Happiness: Mi- chael Venezia“, in Mousse Magazine, 29. Mai 2019.)
Venezias spätere Experimente stellen die konventionelle Tafel- malerei weiter in Frage. Zunächst verwendete er extrem schmale, stabförmige Leinwände, später, Mitte der Achtziger, malte er auf lan- gen, schmalen Holzbalken. Diese Bilder – oder sind das schon Objekte? – verlangen den Betrachtern einiges ab. Sie müssen sich vom Bild entfernen, um es ganz zu sehen, auf Kosten der Details (die mit Spach- tel aufgetragene Farbe beispielsweise). Oder, sie müssen sehr nah herantreten, zu Ungunsten des Gesamtbilds. Vielleicht das seine ers- ten Arbeiten, die so explizit die Position des Betrachters mitdenken.
– Text von Philipp Hindahl
Die Publikation Michael Venezia. Blankness as a knowing subject wird bei der Veranstaltung zum Kauf angeboten.
Im Rahmen der Ausstellung: Blankness as a knowing subject, 12. September 2025 – 14. Februar 2026