Show 31

The Fiction of Property I

Louise Fishman | Gerald Jackson | Harriet Korman | Jonathan Lasker | David Reed | Gary Stephan | Michael Venezia | Jack Whitten

kuratiert von Bertold Mathes

23. April – 9. Juli 2022

Die Kienzle Art Foundation Berlin zeigt in ihrer neuen Ausstellung Malerei aus New York seit den 1970-er Jahren.
Unmittelbarer Anlass sind Neuerwerbungen von Künstler*innen wie Harriet Korman, Michael Venezia und Gary Stephan, die den Sammlungs-schwerpunkt der KAF, und dies seit den 1980-er Jahren, schlüssig ergän-zen und bestätigen.

Seit einiger Zeit ist diese Generation New Yorker Künstler*innen, geboren zwischen 1936 und 1948 sowie stilprägend arbeitend zwischen Post-Mini-malismus und 80-er Jahre-Malerei, wieder verstärkt in den Blick gerückt. Inhaltliche und historische Aufmerksamkeit erregte dabei der Umstand, dass Künstler*innen wie Louise Fishman, Gerald Jackson oder Jack Whitten, persönlich oder mit ihrer Kunst, aktiven Anteil hatten an der Lesbian-, Feminismus- und Bürgerrechtsbewegung in den USA.
Hauptwerke von Jack Whitten aus der Kienzle Sammlung, die 2019 als Leihgaben in der monografischen Ausstellung Jack´s Jack im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin zu sehen waren, warten in dieser Ausstellung auf eine Wiederbegegnung.

Insgesamt lässt sich aber bemerken, dass alle hier gezeigten Positionen gemeinsam haben, einen jeweils höchst individuellen Werkcharakter zu vertreten. Ihre Haltung zielt aber darauf, dialogfähig sowohl untereinander als auch, und dies ausdrücklich, dem Betrachter*in gegenüber zu sein. Dieser Haltung folgen das visuelle Konzept und der installative Charakter der Ausstellung, die die Werke im Raum untereinander korrespondieren lassen.

Die Ausstellung ist eine Einladung an ein Publikum, das Malerei liebt und schätzt, oder aber auch eine Aufforderung, Malerei und deren unmittelbare Geschichte neu für sich zu entdecken.

Der metaphorische Titel der Schau – einer in der Ausstellung vertretenen Arbeit von Gary Stephan entlehnt – verhandelt nicht nur die zwei wesentlichen Pole, die für die Ausstellung bestimmend sind: nämlich das einzelne Kunstwerk in seiner Gegenwart sowie dessen interpretatorische Verfügbarkeit im Blick der Betrachter*innen – sondern thematisiert und hinterfragt auch die grundsätzlichen Bedingungen von Malerei und die Rezeptionsmuster des Publikums. Zudem stellt sich die institutions-kritische Frage, ob ein Kunstwerk als freies Gebilde in seiner nur künstlerischen Natur überhaupt Besitz sein kann. So geht es auch um Eigenschaft und Eigentum, um Anwesenheit und Vorstellungskraft.

„Die Gegenwart im Vergangenen und das Vergangene im Heute zu erkennen“ ist ein weiterer Gedanke des kuratorischen Konzepts von Bertold Mathes und vielleicht auch das Motto des Künstlergesprächs, das in dieser Ausstellung am 13.05.2022 stattfinden wird.

The Fiction of Property I wird im September 2022 in leicht abgewandelter Form in die Städtische Galerie Waldkraiburg wechseln.


in Kooperation mit der Städtischen Galerie Waldkraiburg